Tourismus Business
2 min
12/06/2025
Henning Quast

Wie Nora Velden ihre Preise kalkulierte und dabei einen Fehler korrigierte

Kalkulation
Wie Nora Velden ihre Preise kalkulierte und dabei einen Fehler korrigierte

Nora Velden bot Weintouren in der Pfalz an und kalkulierte anfangs nur die direkten Kosten: Busmiete, Weinproben, Versicherung.

Ihr erster Preis lag bei 89 Euro pro Person für eine Tagestour. Nach drei Monaten stellte sie fest, dass sie mit jeder Tour Verlust machte. Der Grund: Sie hatte ihre Arbeitszeit nicht eingerechnet. Jede Tour erforderte 14 Stunden Arbeit, von der Planung über E-Mail-Korrespondenz bis zur Durchführung.

Die Kostenaufstellung wurde zur Pflichtübung

Nora erstellte eine Excel-Tabelle mit allen versteckten Kosten. Website-Hosting kostete 180 Euro jährlich, Marketing über lokale Anzeigen 420 Euro im Quartal, Telefon und Büromaterial 65 Euro monatlich. Sie addierte außerdem 35 Euro pro Tour für unvorhergesehene Ausgaben wie Stornierungen oder Reparaturen.

Dann legte sie ihren Stundensatz fest.

Als Selbstständige wollte sie mindestens 28 Euro netto pro Stunde verdienen. Bei 14 Stunden pro Tour entsprach das 392 Euro reiner Arbeitslohn. Hinzu kamen die direkten Kosten von 52 Euro pro Person bei durchschnittlich 18 Teilnehmern, also 936 Euro. Gesamtkosten: 1.328 Euro pro Tour.

Ihr neuer Preis: 138 Euro pro Person bei garantierten 12 Teilnehmern. Das ergab 1.656 Euro Einnahmen und 328 Euro Gewinn pro Tour. Einige Stammkunden beschwerten sich über die Erhöhung, aber Nora blieb standhaft. Heute führt sie zwei Touren monatlich durch und verdient tatsächlich Geld damit.

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